Rohde: Der griechische Roman und seine Vorläufer

Herodot(-0490–-0425)
Geschichtsschreiber

Ktesias(* -0400 Knidos)
Geschichtsschreiber

Rohde: Der griechische Roman und seine Vorläufer

Griechenland

Athen

Hermann Bahr: Erotisch, 22. 6. 1901

... griechischen Roman ...... Zwar die sogenannten Logographen scheinen, trotz ihres Interesses an verborgenen Stamm- und Ortssagen, solche Liebessagen nicht sonderlich beachtet zu haben, so wenig wie Herodot bei all seiner Aufmerksamkeit auf seltsame und charaktervolle Volksüberlieferungen. Einen merkwürdigen Uebergang zu den eigentlich gelehrten Historikern bildet auch hier Ktesias, der in der wirkungsvoll und mit voller Absicht auf eine ergreifende und rührende Wirkung vorgetragenen romantischen Liebesgeschichte des Meders Stryangäus und der Sakerkönigin Zarinäa vielleicht unter den Griechen das früheste Beispiel einer ausführlich und mit bewußter Kunst prosaisch-poetischer Darstellung erzählten Liebesnovelle hinstellte. Ohne Zweifel lenkte dann die glänzende Behandlung einzelner erotischer Volkssagen auf der athenischen Bühne die lebhafte Aufmerksamkeit der Sammler auf den hier noch zu hebenden Schatz volksthümlicher Poesie, umso mehr, da die in eigener Productionskraft allmälig ermattete Zeit in einem halb ästhetischen, halb culturhistorischen Interesse sich der Betrachtung alterthümlicher und kindlicher Zustände und Vorstellungen in der Verborgenheit des eigenen und fremden Volkslebens überall mit Eifer zuwendete. Bei solchen Nachforschungen entdeckte man nun auch jene heimlich blühenden Blumen einer bis dahin von der künstlich ausbildenden Dichtung wenig berührten Fülle schöner Liebeslegenden, von deren Reichthum uns nun plötzlich von allen Seiten zuströmende Beiträge überzeugen. ...... rkung vorgetragenen romantischen Liebesgeschichte des Meders Stryangäus und der Sakerkönigin Zarinäa vielleicht unter den Griechen das früheste Beispiel einer a ...... Grundthema: die Schicksale eines Liebespaares ...... Zu irgend einer Zeit floß das erotische Element hinüber in die ethnographisch-philosophische Idylle: aus der Verschmelzung dieser disparaten Bestandtheile entstand der griechische Roman. In dieser Verschmelzung gab die prosaische, ethnographische Erzählung gewissermaßen den derberen, materiellen Körper her, in welchen die Erotik, aus ihrer poetischen Höhe herniedersteigend, als belebende Seele eintrat, dem für sich allein Unbeweglichen Bewegung und Empfindung mittheilend Soweit sich überhaupt von einer inneren Entwicklung und Ausbildung der Kunstform des griechischen Romans reden läßt, zeigt sich eine solche in dem wechselnden Verhältniß, in welches sich, wetteifernd um die Oberherrschaft, seine beiden Grundbestandtheile zu einander stellen. Anfänglich überwiegt ganz unzweifelhaft das, aus der Reisefabulistik übernommene, rein stoffliche Element (Antonius Diogenes). Es tritt aber bald mit der ihm beigestellten Erotik in einen engeren, durch die rhetorische Darstellung vermittelten Bund (Jamblichus); es muß sich, bei Heliodor, gefallen lassen, zur Illustrirung eines tiefer liegenden Sinnes zu dienen; es wird, bei Xenophon von Ephesus , seiner selbständigen Bedeutung ganz entkleidet, um einzig der erotischen Erzählung zum belebten Hintergrunde zu dienen; es wird endlich, in dem Mosaik rhetorischer und polyhistorischer Studien, aus welchem Achilles Tatius seinen Roman zusammensetzt, so gut wie das erotische Element und das Allerlei der trödelhaften Kenntnisse des Autors zum bloßen Stoff seiner geschmacklosen stylistischen Kunststücke herabgesetzt. ...... eine ganz mechanische von zwei disparaten Theilen ...

Hermann Bahr: Erotisch, 22. 6. 1901

... Liebessagen nicht sonderlich beachtet zu haben, so wenig wie Herodot bei all seiner Aufmerksamkeit auf seltsame und charaktervol ...

Hermann Bahr: Erotisch, 22. 6. 1901

... ang zu den eigentlich gelehrten Historikern bildet auch hier Ktesias, der in der wirkungsvoll und mit voller Absicht auf eine er ...

Hermann Bahr: Erotisch, 22. 6. 1901

... griechischen Roman ...... Zwar die sogenannten Logographen scheinen, trotz ihres Interesses an verborgenen Stamm- und Ortssagen, solche Liebessagen nicht sonderlich beachtet zu haben, so wenig wie Herodot bei all seiner Aufmerksamkeit auf seltsame und charaktervolle Volksüberlieferungen. Einen merkwürdigen Uebergang zu den eigentlich gelehrten Historikern bildet auch hier Ktesias, der in der wirkungsvoll und mit voller Absicht auf eine ergreifende und rührende Wirkung vorgetragenen romantischen Liebesgeschichte des Meders Stryangäus und der Sakerkönigin Zarinäa vielleicht unter den Griechen das früheste Beispiel einer ausführlich und mit bewußter Kunst prosaisch-poetischer Darstellung erzählten Liebesnovelle hinstellte. Ohne Zweifel lenkte dann die glänzende Behandlung einzelner erotischer Volkssagen auf der athenischen Bühne die lebhafte Aufmerksamkeit der Sammler auf den hier noch zu hebenden Schatz volksthümlicher Poesie, umso mehr, da die in eigener Productionskraft allmälig ermattete Zeit in einem halb ästhetischen, halb culturhistorischen Interesse sich der Betrachtung alterthümlicher und kindlicher Zustände und Vorstellungen in der Verborgenheit des eigenen und fremden Volkslebens überall mit Eifer zuwendete. Bei solchen Nachforschungen entdeckte man nun auch jene heimlich blühenden Blumen einer bis dahin von der künstlich ausbildenden Dichtung wenig berührten Fülle schöner Liebeslegenden, von deren Reichthum uns nun plötzlich von allen Seiten zuströmende Beiträge überzeugen. ...... rkung vorgetragenen romantischen Liebesgeschichte des Meders Stryangäus und der Sakerkönigin Zarinäa vielleicht unter den Griechen das früheste Beispiel einer a ...... Grundthema: die Schicksale eines Liebespaares ...... Zu irgend einer Zeit floß das erotische Element hinüber in die ethnographisch-philosophische Idylle: aus der Verschmelzung dieser disparaten Bestandtheile entstand der griechische Roman. In dieser Verschmelzung gab die prosaische, ethnographische Erzählung gewissermaßen den derberen, materiellen Körper her, in welchen die Erotik, aus ihrer poetischen Höhe herniedersteigend, als belebende Seele eintrat, dem für sich allein Unbeweglichen Bewegung und Empfindung mittheilend Soweit sich überhaupt von einer inneren Entwicklung und Ausbildung der Kunstform des griechischen Romans reden läßt, zeigt sich eine solche in dem wechselnden Verhältniß, in welches sich, wetteifernd um die Oberherrschaft, seine beiden Grundbestandtheile zu einander stellen. Anfänglich überwiegt ganz unzweifelhaft das, aus der Reisefabulistik übernommene, rein stoffliche Element (Antonius Diogenes). Es tritt aber bald mit der ihm beigestellten Erotik in einen engeren, durch die rhetorische Darstellung vermittelten Bund (Jamblichus); es muß sich, bei Heliodor, gefallen lassen, zur Illustrirung eines tiefer liegenden Sinnes zu dienen; es wird, bei Xenophon von Ephesus , seiner selbständigen Bedeutung ganz entkleidet, um einzig der erotischen Erzählung zum belebten Hintergrunde zu dienen; es wird endlich, in dem Mosaik rhetorischer und polyhistorischer Studien, aus welchem Achilles Tatius seinen Roman zusammensetzt, so gut wie das erotische Element und das Allerlei der trödelhaften Kenntnisse des Autors zum bloßen Stoff seiner geschmacklosen stylistischen Kunststücke herabgesetzt. ...... eine ganz mechanische von zwei disparaten Theilen ...

Peter Altenberg an Hermann Bahr, [nach dem 4. 7. 1896]

... e Welt des »ästhetischen Schauens u. Genießens«, in das alte Griechenland , vermöge ihres Gott-ähnlichen Leibes, zu versetzen im Stand ...

Hermann Bahr: Erotisch, 22. 6. 1901

... r Dichtung immer mächtiger zu finden. Ja, der Roman, den die Griechen in der großen Zeit nicht gekannt haben, ist bei ihnen überh ...... Stryangäus und der Sakerkönigin Zarinäa vielleicht unter den Griechen das früheste Beispiel einer ausführlich und mit bewußter Ku ...... r Verschmelzung dieser disparaten Bestandtheile entstand der griechische Roman. In dieser Verschmelzung gab die prosaische, ethnogra ...... n einer inneren Entwicklung und Ausbildung der Kunstform des griechischen Romans reden läßt, zeigt sich eine solche in dem wechselnde ...... enheit in der Breite der sinnlichen Welt macht das Wesen des griechischen Romans aus. Und dabei ist es eigentlich immer geblieben; nu ...... Es ist vielleicht kein Zufall, daß es Gelehrte sind, die den griechischen Roman vorbereiten. Es ist vielleicht dieselbe Leidenschaft, ...

Hermann Bahr: Lebendige Stunden, 7. 5. 1902

... t als griechische Statue beim Ronacher hinausstellt. So eine griechische Statue sagt doch nicht Mau! Aber was so ein Dichter Alles a ...

Aufzeichnung von Hermann Bahr, 30. 11. 1903

... t. Über meine Sehnsucht, zwei Jahre irgendwo in Italien oder Griechenland ruhig arbeiten zu können. ...

Richard Beer-Hofmann an Hermann Bahr, 9. 8. 1904

... Seit Griechenland ein Stück und einen Dialog – ganz ...

Hermann Bahr: Dialog vom Marsyas, Oktober 1904

... gezeichnete hat mittlere Natur. Und als hätte er mit uns die griechische Warnung vor dem Marsyas vernommen, einmal geradezu: Der sta ...

Tagebuch von Arthur Schnitzler, 5. 4. 1911

... ersitäts-Professoren aus Anlaß der bevorstehenden Reise nach Griechenland;– mit Bemerkungen über den »Tiefstand der heutigen Dramatik ...

Olga an Arthur Schnitzler, 7. 9. 1919

... en, im Mirabellgarten mit Frl. Iphigenie Zotos, einer jungen Griechin und Bianchi-Schülerin fachsimpelnd spazieren, auf Grosz war ...

Arthur an Olga Schnitzler, 27. 11. 1923

... en Bildern u Gegenständen, unter denen mir eine Sammlung von altgriechischem u aegypt. Schmuck am interessantesten war. Der eine Sohn, m ...

Nachwort

... eit reist er von dort ab und begibt sich auf eine Reise nach Griechenland (und verzichtet auf das Zusammentreffen mit Schnitzler in ...... nitzler in Neapel ). Die griechische Reise führt nach der Heimkehr zu seinem Text Dialog vom Mar ...

Hermann Bahr: Erotisch, 22. 6. 1901

... glänzende Behandlung einzelner erotischer Volkssagen auf der athenischen Bühne die lebhafte Aufmerksamkeit der Sammler auf den hier ...

Tagebuch von Arthur Schnitzler, 2. 6. 1904

... t jetzt an einer Statistik über Wechselströme.) Seine Reise, Athen .– Über den Fall Hugo. (Seine Karte an Donath, er arbeite an ...

Aufzeichnung von Hermann Bahr, 2. 9. 1904

... Heft der Rundschau ist mein »Dialog vom Marsyas«, der mir in Athen aufgetaucht ist. Ich bitte Sie, ihn zu lesen und mir dann z ...

Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 4. [12.] 1904

... ard hausen will? Ich wollte eigentlich nach Athen , aber da müßte ich am 20. von Triest ...

Tagebuch von Arthur Schnitzler, 13. 4. 1905

... wunderte. Morgen reist er mit Bahr den ich auch sprach, nach Athen .– ...

Felix und Ottilie Felix Salten an Arthur Schnitzler, 3. 8. 1907

... epläne? Ich möchte im September irgendeine Meerfahrt machen. Athen oder so was ähnliches. Bahr hat mir vom ...