Tagebuch von Arthur Schnitzler, 18. 2. 1894

18/2 Sonntag.– Nachm. Plan zur » Verführung 1«.– Bei mir Bahr, Kraus, Richard, Loris, Schik, Horn.– Bei Dilly.– Mußte zur Mutter.– Ihre Klage: wie tugendhaft sie sei und stets gewesen (Ich habe den S. geliebt und sonst niemand) – sie begreife ihre Kinder nicht. Schulden.– Nichts ihr sagen!– Da Charley offenbar ihr Geliebter.– Dann kam Dilly.– Entsetzt,– Olga (D.) da, mit Wunden.– Die Mutter: Olga Komödie,– sie will Charley kapern.– – Charley weg, ich hinein. Olga betrunken und verwundet; aber gleich bei Sinnen. Weg.– Mutter auf der Stiege zu ihr: Schweinehund, Komödiantin. Dann ich oben, erklärte Dilly die Komödie.– Dann ich mit ihr, erkläre ihr, daß Charley ihr Geliebter. Sie wüthend, zerbricht alles mögliche, Scene, die sich wohlgefällig auflöst – da sie mir gleichgiltig ist.–

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1893–1902 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Konstanze Fliedl, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1989
1 Verführung Die Entwürfe als Ritterlichkeit in A. S. EV 307–317.