Tagebuch von Arthur Schnitzler, 27. 1. 1895

27/1 Sonntag. Weder an mich noch an Salten Nachricht von Dilly 1. Nm. in der Fledermaus 2 (Oper). Bahr hatte an mich teleph.

– Nm., wie Salten bei mir, kam Hugo, schien schon was zu wissen, lachte und war komisch. Richard kam. Durch diese vielfach geheimkomödienhaft verwickelte sonderbare Stimmung und viel Lachen. Richard, immer der Psycholog, sagte mir ins Ohr. Ihre Heiterkeit ist sonderbar – so wie wenn die Sandrock Sie betrogen hätte.– Wir vier in den Sophiensaal, volksthüml. Concert, Tanzkränzchen. Dann ohne Hugo zum Schwender und in ein Nachtcaffee; es war eine melanchol. Drahrerei.

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1893–1902 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Konstanze Fliedl, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1989
1 mich noch an Salten Nachricht von Dilly Sie und Salten hatten in der Nacht vom 22. auf den 23. miteinander geschlafen. Schnitzler erfuhr es am selben Tag.
2 Fledermaus Die Fledermaus, Operette von Johann Strauß.