Tagebuch von Arthur Schnitzler, 28. 1. 1895

28/1 Bahr teleph. in der früh. Ich zu ihm. Dilly hat ihn rufen lassen, weint, sie ist unschuldig, und es kam darauf hinaus, dass sie unter solchen Umständen in der Burg nicht spielen könne und in meinem Stück erst recht nicht. Ich sagte, dass ich auf Erpressungen nicht hereinfalle, dass sie machen solle, was sie will, dass ich aber nichts dagegen habe, in ein paar Wochen wieder freundschaftlich mit ihr zu verkehren. Bahrs (für Bahr sehr charakteristische) Auffassung von der Sache. » Salten, wie er überhaupt ein gescheidter Kerl ist, wollte sich als junger Theaterkritiker dadurch posiren, dass er ein Verh. mit der ersten Tragödin habe.«–

Première der Ersten Lüge in der Burg. Cretinismus. Bahr: Dilly hatte ihn wieder anteleph.: sie liebe nur mich, S. sei ein Lügner u. s. w.– Schien sich mit seiner Antwort zufrieden zu geben.

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1893–1902 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Konstanze Fliedl, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1989