Tagebuch von Arthur Schnitzler, 11. 11. 1895

11/11 Traf Vorm. Sudermann, ging mit ihm in der Stadt spazieren, Rest. für Abend suchend.– Nm. Wilh. König aus Leipzig da. Entsch. Abds. Prem. vom »Glück im Winkel«. Sehr schwaches Stück. Nachher bei Sacher. Sudermann.– Herzl und Frau, Bahr und Frau, Eirich und Frau, Guttenbrunn; Stägemann, Witte-Wild, Entsch, Lehmann, Blumenthal.– Geändertes Verhalten der Leute gegen mich.–

– Die Schauspieler blieben aus.– Nachher mit Suderm. u. a. m. zum Scheidl; Bahr geradezu zärtlich (»Thuri«–) sprach absichtl. immer von meinem Stück – ich erwähnte mit keinem Wort seine Kritik.– Im Griensteidl Salten, Beer-Hofmann.–

Nm. war Helene Kanitz da; die todte, deren vermeintlicher Tod mich zu den »Blumen« inspirirte, die mir erzählt, sie sei wahnsinnig gewesen – meinetwegen,– oder nach einem Typhus – will jetzt zur Bühne.

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1893–1902 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Konstanze Fliedl, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1989