Tagebuch von Arthur Schnitzler, 28. 3. 1897

28/3 S.– Vm. Mz. Rh.– Abd. Vorlesung im Bösendorfersaal, wohlth. Zweck (Frau Curt)1. G. H. Bei Beiden, Hugo Thor und Tod, ich Freiwild 1. Akt, Bahr Anekdote 2. Ich las manches gut, manches schlecht. Viel Beifall. Hatte nachher unangenehmes Gefühl, das sich steigerte, als ich Julius sprach, der mir erzählte, Frau hinter ihm, bevor ich auftrat, »jetzt geht das mauscheln an« – Wo sind wir!– Soup. mit Karlweis und Frau, Bahr, Hugo, Salten, Beraton, Georg H.– Empfindung, wie es eine Frau haben muss, die sich von einem ihr ekelhaften Menschen – liess. Am störendsten offenbar das Bewußtsein, dass ich es hätte besser machen können.– (Erinnerung an mein 1. Auftreten im Bösendorfer Saal: Blätterte dem Rückauf im Walterconcert um3.–) Auch das Stück war mir zuwider; ich selber kam mir läppisch vor.– Poker im Kfh.–

Von Peter Nansen (neulich Artikel in Politiken über mich) Brief über Liebelei in Kopenhagen ; scheint kein Erfolg gewesen.–

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1893–1902 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Konstanze Fliedl, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1989
1 wohlth. Zweck (Frau Curt)Im Bw Hofmannsthal/Bahr 84 kaum mehr über die Umstände: »die Waisen der Bekannten des Herrn Karl Weiss «.
2 Anekdote Hermann Bahr: Die schöne Frau. In: Die Zeit, Bd. 11, Nr. 131, 3. 4. 1897, S. 15–16 (Buchausgabe 1899).
3 Blätterte dem Rückauf im Walterconcert umAm 21. 1. 1882 ( Tb und JiW 133 ).