Tagebuch von Arthur Schnitzler, 10. 11. 1897

10/11 Fanny Sch., Olgas Schwester bei mir, will sich meine Briefe als Andenken behalten.– Jauner bei mir, für das Vertrauen dankend, Contract bringend, mein Stück nicht kennend.– Mz. Rh.– Von Andrian Brief1 mit Tabesfurcht2.– Im Kfh., Bucek, Fifis jetziger Geliebter, der zur Bühne gehn will und mir vortragen.– Schwarzkopf, Salten;– Burckhard mit Bahr, Burckh. drängt wegen meines Stücks, möcht es sobald als möglich; Bahr wird »Todte schweigen« öffentlich lesen.– Wer mir vor 5 Jahren etwa diesen Tag prophezeit hätte – und zugleich, dass ich ihn in tiefster Verstimmung verbringen würde, wegen meines unerträglichen Ohrenklingens.

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1893–1902 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Konstanze Fliedl, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1989
1 BriefBrief vom 8. 11. 1897, abgedruckt in Leopold von Andrian (1875–1951). Korrespondenzen, Notizen, Berichte. Hg. Ursula Prutsch und Klaus Zeyringer. Wien, Köln, Weimar: Böhlau 2004, S. 76–79.
2 TabesfurchtTabes dorsalis: Rückenmarkserkrankung, durch Syphilis verursacht.