Tagebuch von Arthur Schnitzler, 13. 1. 1907

13/1 Vm. bei Bahr. Später Handl dort.– Über Zeitungslügen und Errichtung eines Berichtigungsbureaus – (Er kam aus Berlin , geht in 20 Tagen wieder hin1, Regisseur bei Reinhardt.) (Reinh. Unverlässlichkeit und Respekt, ja Angst vor Edmund dem finanz. Bruder.)

– Nm. Frl. Belle Wengerow bei uns. Brief ihrer Schwester, bezügl. Verwertung meiner Stücke in Rußland, Antrag der Komissarschewskaja. Mittheilung, dass ihre Nichte eben die Katharina im Ruf spielt, u. zw. – in Baku , wo das Stück wie beinah überall in Rußland großen Erfolg hat. Ich habe nichts davon.– Zustände in Rußland; Beschäftigung der künstlerischen Jugend mit aussichtslos metaphys. Fragen, was Belle W. Herzzustände verschlimmert.–

Walter’s bei uns (zum 1. Mal). Er leuchtet sozusagen von Musik. Über Strauss (der Schuhsohlen componirt), Reger (guter betrunkener Musiker .  .  .  das ist schön – das ist auch schön .  .  . ) – Pfitzner stellt er am höchsten. Über Mahler (der »Un«mensch), Frau (Alma’s Einfluss).– Frau W. zu O. über ihre Zukunft,– Schwierigkeiten der Bühne, was O. bedenklich und kleinmütig stimmte.

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1903–1908 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1991
1 kam aus Berlin , geht in 20 Tagen wieder hinEr kam Weihnachten 1906 nach Wien und blieb bis 23. 1. 1907.