Tagebuch von Arthur Schnitzler, 25. 5. 1907

25/5 Vm. mit O. Besorgungen Stadt (in Kainzs Wagen) – Wiener Sommervormittag.– Burckhard, jung, Strohhut – Paul und Risa Horn an uns vorüber.– – Bahrs Buch über Wien gerade früh zu lesen begonnen.–

Zu Mama. Georg Hirschfeld und Brahm. Mit letzterem kurzes Gespräch. Ein paar Worte über die Tragikomoedie – die ich weglege; er möchte doch, dass ich nächstes Jahr was bringe. Ich erzählte einiges (nicht inhaltlich) von meinen Plänen. (Schauspielerstück, Ritterlich, Medardus etc.) – – Ev. Neuaufnahme der Leb. Stunden. Weihnachtseinkäufe. (Idee von Brahm.) Einakterabend: Der neue Einakter (den er noch nicht kennt) – Weihnachtseink.Puppenspieler.– – Ferner trug Br. sich an, mit Wolff Berl. Tgbl. wegen meines Romans zu sprechen (der ev. in der N. R. – und Berl. Tgbl. zugleich kommen soll).

– Abds. reist er nach Berlin . Ich freute mich seiner Menschlichkeit und Herzlichkeit.–

Das Bahr Büchl über Wien ausgelesen. So viel schiefes!–

Am Roman.–

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1903–1908 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1991