Tagebuch von Arthur Schnitzler, 27. 7. 1919

27/7 S. Vm. bei Kolap im Kaasgraben.

Dann bei Rich. Specht; ihm einiges über den Beginn des Straussbuches sagen (Correcturbogen).– (Weitschweifig, aber nicht übel.)

– Z. T. Hofrätin. Fritz und Trude. Ganz belebte Unterhaltung, in der ich Philosophie und Politik nach Gebühr behandelte. Las dann einiges aus dem Schwarzgelb Buch 1 von Bahr vor – 1916, allgemeine Heiterkeit – über seine »Wandlungen«.– Wandlungen? Zu gütig. Ein Wortdelirant – manchmal genial –

Am Weiher.–

Rudi Olden, mit dem ich ein wenig spazierte. Beim neuen Tag, bewährt sich nicht übel als Journalist.–

Mit Heini Macbeth Ouv. von Strauss und Eroica. Heini. »Man begreift den Szell manchmal, der von modernen Componisten überhaupt nichts wissen will.«–

O. nach d. N. zu Schmutzer’s, kam stumm und bös.– Unerträglicher Zustand.–

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1917–1919 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1985
1 Schwarzgelb Buch Hermann Bahr: Schwarzgelb. Berlin: S. Fischer 1917 .