Tagebuch von Arthur Schnitzler, 9. 8. 1923

9/8 Baden-Baden . In der bekannten Weise, melancholisch, bis zu Thränen erwacht. So wirkt die Nähe!– Hinauf. Heinis 21. Geburtstag. O. war weiter die beleidigte Königin; als sie endlich gar eine Bemerkung über die Geldsache machte – als hätt ich ihr vorgeworfen – sie wolle an dem Geburtstagsgeschenk für Heini – was verdienen, wurd es mir zu dumm; ich ging und arbeitete auf der Leopoldshöhe am »Verf.« weiter.– Das gemeinsame Mittagessen war heitrer.–

Nm. Briefe. Am Verf.

Z. N. oben. Auf der Terrasse Nachtm., mit Frau Grethe Lichtenstein. Bowle. Lampions. Sternenhimmel ohne gleichen. Man war wohlgelaunt; Heini kalauerte; Sternschnuppen flogen. Dann geleiteten mich alle zum Hotel. Ich las noch in Bahr weiter bis zu seiner Wiener Zeit.–

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1923–1926 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1995