Tagebuch von Arthur Schnitzler, 7. 10. 1913

7/10 Traum: O beim Zahnarzt, der aber eigentlich Mahler ist und sehr freundlich.–

Dictirt »Wahnsinn«.–

Nm. Briefe (alte), im herbstlichen Garten.

Otti Salten zum Thee. Felix in Berlin , einen Film szenirend. »Wenns nur nicht wieder so daneben geht wie bei. den Operetten«, sagt Otti S.

Bei Julius, Altmanns, Cronbachs, Dr. Paul Wengraf, der einiges humoristische vorliest (darunter das parodistische Bahr über »das weite Land«1) –

Julius erzählt folgendes charakteristisches. Stürgkh, der Minister Stammgast im Central, der Cafetier verwendet sich für eine Lehrerin, Stürgkh sagt zu;– ein paar Tage später .  .  .  »Ja, ich kann leider ihre Anstellung nicht durchsetzen – sie ist eine Jüdin.–«

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1913–1916 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik, Walter Ruprechter und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1983
1 Bahr über »das weite Land«Nicht nachgewiesen.