Tagebuch von Arthur Schnitzler, 23. 3. 1931

23/3 Neulich Traum, Herm. Bahr krallt sich alpdruckhaft über mich gebeugt in meine Hand;– Schmerzen im Daumenballen links (wo ich eine kleine Erosion hatte –) – ich wimmre und flehe.–

Heute Traum;– bin mit Suz. (auf Reisen –?) – zeige ihr den Punkt auf Landkarte; es ist Paris , aber doch nicht Paris , eher in der Schweiz;– wir haben offenbar über die Route nach Haus ( Wien –) oder ? nach Paris Differenzen; ich sage ihr: bedenke doch was es für mich bedeutet mit dir in Paris zu sein, und habe fast Thränen in den Augen, bin selbst beschämt über meine Sentimentalität;– zeige ihr die Linie: wenn wir nach Wien wollen, müssen wir ja nach Osten;– Suz. bleibt starr.–

Vm. dict. ich Briefe, und Tgb. 86.– Suz. kommt unangesagt, mit dem Brief von Mauprey, über den sie mir schon am Morgen telefonirt hatte;– wir besprechen die Antwort (Weites Land etc.); die Kleine, Rose M. ist mit; sie spielt und plaudert mit Kolap im Garten;– während Suz. oben bei mir ist. Heut Nachm. legt sie sich für 10 Tage ins Bett.

Abd. mit C. P. Kino » Afrika spricht«;– dann allein zu Haus genachtm.–

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1931. Gesamtverzeichnisse 1897–1931 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2000