Hermann Bahr: [Vortrag bei Literaturfreunden, Notizen], [vor dem 13. 3. 1895]

An erster Stelle bin da wohl ich zu nennen, als Lärmmacher im Publikum und als unermüdlicher Sucher, der sich mit halben Annäherungen nicht zufrieden gab, sondern in das Wesen selber wollte. Einige halfen mir tapfer. Sie kennen die Namen, Torresani, Schnitzler, Beer Hofmann, aber keine Künstler. Es muß den Gegnern gesagt werden, daß sie in der Entwicklung sehr viel bedeuten; aber ebenso es muß ihnen selber gesagt werden, daß sie an sich nichts bedeuten, wenn nicht Künstler ihnen folgen. Sie sind, wir alle sind nur gothisch demütige Figuren an der Kirchenthüre der großen Kunst – jener ewigen Kunst, die mehr ist als das Leben.

  • A Wien Theatermuseum HS VM 1774 Ba
  • Weiterer Druck: 1891–1900 Bearbeitet von Helene Zand, Lukas Mayerhofer und Lottelis Moser 1996 175–177 Bahr, Hermann Tagebücher, Skizzenbücher, Notizhefte Hg. Moritz Csáky Wien, Köln, Weimar Böhlau 1994–2003 II