Aufzeichnung von Hermann Bahr, 5. 8. 1903

5. Schöner Morgen, aber gleich heiß.

Meister. 8. Scene. Ida meldet zur Operation alles bereit, wohin Nonn und Kokoro abgehen. Ida an ihre Arbeit. 9. Scene. Balsam kommt. Ida fragt scharf, warum er nicht bei der Operation sei. Balsam: er möchte doch gern, aber Nonn will es ja nicht; dazu habe er kein Talent u. er mache ihn mit seiner Ungeschicklichkeit Aufgeregtheit u. Ängstlichkeit selber nervös. Ida spottet, daß er so hier eigentlich schon nichts mehr als ein Hausverwalter und Zimmerkellner sei. Balsam repliciert traurig, daß er eben so eine unsichere Natur sei, aber doch vielleicht durch Nonn auch verschüchtert; wenn er mehr Geduld gehabt hätte. Ida hält ihm erbittert vor, wie er sich knechten lassen; ja es reißt sie hin, direkt zu sagen, ob er denn nicht merke, daß Nonn ihn ausbeutet, worüber sie dann selbst erschrickt und es halb widerruft. 9. Scene. Die Deputation: Rektor, der Bruder u. Frau Julie , Bürgermeister.

Fred wird nach dem Essen übel. Fährt nach Salzburg .

Ich plausche abends lang mit Herrn Windmann, Bläser im Straßburger Orchester, und seiner Tochter, die in Wien Sängerin werden will; Erinnerung an Schnitzlers Weiring 1.

  • A Wien Theatermuseum HS VM 1765 Ba
  • Weiterer Druck: 1901–1903 Bearbeitet von Helene Zand und Lukas Mayerhofer 1997 362–363 Bahr, Hermann Tagebücher, Skizzenbücher, Notizhefte Hg. Moritz Csáky Wien, Köln, Weimar Böhlau 1994–2003 III
1 Weiring Christines Vater in der Liebelei arbeitet als Violinspieler in einem Theater.