Tagebuch von Arthur Schnitzler, 2. 11. 1909

2/11 Vm. dictirt Briefe, Bernhardi, Hirtenflöte, »Tagebuch«.

Nm. Bernhardi weiter, und entschlossen, ihn vorläufig liegen zu lassen. Eine Fassung in 3 Akten überlegt. Unfähigkeit gesammelt zu arbeiten – mein ganzes Leben hätt ein andres Gesicht, wär das Ohrenleiden nicht. Ich sprach davon zu O., und es kamen Stunden der dumpfesten Verzweiflung, auch für sie zu meiner Qual,– und Thränen, die nicht lösten. Wir spielten dann »zur Zerstreuung« etwas Domino, später las ich im Roman der »Zwölf« 1 (Autoren .  .  . ) der traurig mißlungen ist.

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1909–1912 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Maria Neyses, Susanne Pertlik, Walter Ruprechter und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1981
1 Roman der »Zwölf« Der Roman der XII. Berlin: K. W. Mecklenburg 1909 . Von Bahr (3. Kapitel), Otto Julius Bierbaum, Otto Ernst, Herbert Eulenberg, Hanns Heinz Ewers, Gustav Falke, Georg Hirschfeld, Felix Holländer, Gustav Meyrink, Gabriele Reuter, Olga Wohlbrück und Ernst von Wolzogen verfasstes Gemeinschaftswerk. Schnitzler war zuvor von Ewers und Richard Kühn zur Mitarbeit aufgefordert worden, lehnte aber ab (vgl. Briefe im DLA ).