Tagebuch von Arthur Schnitzler, 7. 5. 1929

7/5 Früh ½ 9 ins Akad. Th. »General Pr.« Puppenspieler; recht sehr wirkend.– Balser wäre mein Schauspieler;– nur – sagt ich zu Brahm, hab ich leider keinen Director. (Herterich war da und strich am »Faun«.) – »Schöne Seelen«, das amüsante Stück von Salten. Er war da; ich gratulirte ihm zum Erfolg des Bambi in Amerika (120.000 Auflage)1. Wir verabredeten uns endlich wiederzusehen, ohne dass es uns ernst war. Die Hofr. Z.; Hennings, die alte Lewinsky sprach ich auch (und sie den alten Schn.  .  . ). Den Faun wartete ich nicht mehr ab.

Frühlingstag.– Ass zu Mittag bei C. P.; wir sprachen, nicht ohne Zärtlichkeit über die Krise unsrer Beziehungen,– die sich, wie sie glaubt, nur auf einer gemeinsamen Reise lösen könne.

Nm. Tgb. 22 weiter gelesen und Anmerkungen dazu –

Mit C. P. Kino – die kleine Sklavin; dann im Türkenschanzpark (innen;– Regen) soup.

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1927–1930 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1997
1 Bambi in Amerika (120.000 Auflage)Dies im Jahr des Erscheinens und kurz nach der ersten Auflage von 75.000 Stück: Felix Salten: Bambi, a Life in the Woods. Translated from the German by Whittaker Chambers and with a Foreword by John Galsworthy. New York: Simon & Schuster 1928 .