Tagebuch von Arthur Schnitzler, 30. 1. 1918

30/1 Dict. »Verführer«.–

Nm. beschäftigt mit Fr. des Richters; und Landsknecht. Im Vehse wieder Habsburg, 30j. Krieg ausgelesen.–

Mit Heini Mozart Quartett.–

Las in diesen Tagen wieder einmal Bahr’s »Tschaperl« (was für ein Niveau!) – H. Mannsche frühe Novellen (denen ich mich um etwas entfremdet habe) – Schiller’sche Fragmente.–

Ewiger Nebel.– Polit. Zustände unauflöslich.– Mein Ohr bringt mich zum »Wahnsinn« – und ich weiß doch, daß ich daran nie wahnsinnig werde; wie mir überhaupt nichts unmöglicher scheint.

  • Schnitzler, Arthur Tagebuch 1917–1919 Unter Mitwirkung von Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik und Reinhard Urbach hg. v. der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig Wien Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1985