Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 17. 9. 1905

lieber Hermann, für den Fall, dss ich dich nicht zu Hause treffe, schreibe ich dir gleich.

Das gedruckte Stück » Zwischenspiel 1« und »Der Ruf des Lebens« liegen hier bei.

Über das erstere ist weiter nichts zu sagen; lies es bitte und betrachte es im übrigen vorläufig sorgfältg als Mscrpt 2 .

Am »Ruf des Lebens« ist noch einiges weniges zu machen. Ich bring es dir schon heute, weil ich die Frage an dich richten möchte, ob du die Widmung des Buches annehmen willst? Es ist vielleicht in dem Stück eine Ahnung von dem Wunsch erfüllst, den du anläßlich des Puppenspielers oeffentlich aussprachst2. –

Schreib mir bitte ein Wort, wann wir zusammen sein könnten. Möchtest du nicht einmal bei uns nachtmahlen? Auch meine Frau würde sich sosehr freuen. Oder wenn dir die Spöttelgasse unbequem, Hietzing ? Man sieht einander doch gar zu wenig! Ich grüße dich herzlich.

Dein
A.
Schnitzler, Arthur [Wien] 17. 9. 1905
Bahr, Hermann [Wien]
  • A Wien Theatermuseum HS AM 23376 Ba

    eh. Brief, 1 Bl, 3 S.

  • Weiterer Druck: Schnitzler, Arthur Briefe 1875–1912 Hg. Therese Nickl und Heinrich Schnitzler Frankfurt am Main S. Fischer 1981 516–517
  • Weiterer Druck: 17. 9. 1905 Schnitzler, Arthur The Letters of Arthur Schnitzler to Hermann Bahr Edited, annotated, and with an introduction, by Donald G. Daviau Chapel Hill The University of North Carolina Press 1978 90–91 University of North Carolina studies in the Germanic languages and literatures 89
1 Zwischenspiel Entsprechend dürfte die erste Buchausgabe auf 1906 vordatiert sein: Arthur Schnitzler: Das Zwischenspiel. Komödie in drei Akten. Berlin: S. Fischer 1906 .
2 Mscrpt Unterstrichen.
3 Wunsch erfüllst, den du anläßlich des Puppenspielers oeffentlich aussprachst Hermann Bahr: Der Puppenspieler, 13. 12. 1904, Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 14. 12. 1904.