Arthur Schnitzler an Hermann Bahr, 27. 9. 1910

mein lieber Hermann,

wie die Dinge stehn, dürfte der Medardus gerade Anfang November, also zur Zeit, da du wieder für einige Tage oder Wochen in Wien bist, aufgeführt werden. Mir wird es sehr lieb sein, wenn du das Stück auf der Bühne siehst, wo es hingehört, wie noch selten was von mir hingehört hat. Aber da ich bald fertige Bühnenmanuscripte kriege, schicke ich dich dir sehr gern ein Exemplar nach London , und wünsche, dass es dich bei guter Laune und Gesundheit dort antrifft (nicht um des Stückes willen.)

Gestern traf dein neuer Roman 1 von S. Fischer bei mir ein. Ich freu mich sehr darauf. Hab mich diesmal zurückgehalten, auch nur einen Blick in die N. Fr. Pr. zu thun2.

Dich und deine Frau endlich einmal bei uns zu begrüßen, soll uns eine schöne Winterhoffnung sein.

Herzlichst dein
Arthur
Schnitzler, Arthur Wien 27. 9. 1910
Bahr, Hermann [Wien]
  • A Wien Theatermuseum HS AM 23391 Ba

    eh. Brief, 1 Bl., 3 S.; gedruckter Kopf: Spoettelgasse 7 (b) (), dieser mit Buntstift rot umrahmt und die Straße und Hausnummer hs. ersetzt durch: » Sternwartestr 71. «

  • Weiterer Druck: 27. 9. 1910 Schnitzler, Arthur The Letters of Arthur Schnitzler to Hermann Bahr Edited, annotated, and with an introduction, by Donald G. Daviau Chapel Hill The University of North Carolina Press 1978 106 University of North Carolina studies in the Germanic languages and literatures 89
2 zurückgehalten, auch nur einen Blick in die N. Fr. Pr. zu thunDer Vorabdruck von O Mensch erschien vom 31. 5. 1910 bis zum 4. 9. 1910 in der Neuen Freien Presse.