Anna Bahr-Mildenburg an Heinrich Schnitzler, 29. 2. 1936

Sehr geehrter Herr Doktor1!

Es wird Ihnen mein Anliegen wahrscheinlich auch schon von Erhard Buschbeck, Dramaturg des Burgtheaters in Wien , übermittelt worden sein, nämlich: mir die Briefe meines Mannes an Ihren verehrten Vater für einige Zeit zur Abschrift zu überlassen, oder mir sie schon in Abschrift zu senden. Sie können sich denken, dass in diesem Material, das ich noch selbst für später einmal, wer weiss wieviel später, zusammensammle, um das Werk Hermann Bahr neu erstehen zu lassen, die Briefe Arthur Schnitzler nicht fehlen dürfen. Denn ich kann immer wieder in Tagebüchern, Briefen und Schriften, der tiefen Verbundenheit begegnen zwischen den beiden allzu früh Dahingegangenen. Lassen Sie mich also Sie nicht umsonst gebeten haben und empfangen Sie schon heute für Ihre Mühe wärmsten Dank von

[hs.:] Ihrer Sie bestens grüssenden
Anna Bahr Mildenburg

[ms.:] Anlage: 1 Freikarte2.

  • A Wien Theatermuseum HS Schn 1/30/1

    ms. Brief mit eh. Grußformel und Unterschrift in Lateinschrift, 1 Bl., 1 S., Absenderstempel: »Kammersängerin-Professor / Anna Bahr-Mildenburg / München-Gern / Nederlingerstr. 59 / Telefon 60165«.

  • A Wien Theatermuseum HS AM 74896/1 BaM

    ms. Durchschlag des Vorigen, ohne hs. Ergänzungen, darauf ms.: »Schnitzler, durch Buschbeck gesandt.«, hs. von unbek. Hand: »u. am 4. 2. 36 auch geschrieben / 3 Briefe.«

1 Doktor Heinrich war nicht promoviert.
2 FreikarteUnklar. Weder stand in Wien ein Theaterstück Bahrs auf dem Spielplan, noch war ein Auftritt von ihr angesetzt.