Olga Schnitzler an Anna Bahr-Mildenburg, 8. 6. 1932

Verehrte und liebe gnädige Frau,

darf ich Sie an das gütige Versprechen erinnern, das Sie mir vor etwa 3 Monaten hier gegeben haben, – mir die Briefe Arthurs an Bahr zur Abschrift zu überlassen?

Ich bitte Sie erst heute darum, weil ich in der Zwischenzeit in Wien war,– und eine Sendung über die Grenze wegen der scharfen Valuten-Bestimmungen nicht für ratsam hielt. Nun aber bin ich noch einige Wochen hier, und wäre Ihnen herzlich dankbar, liebe gnädige Frau, wenn Sie mir die Briefe hieher senden wollten. Es ist ganz selbstverständlich, dass diese Briefe Ihnen sofort wieder zurückgestellt werden, sobald sie copiert sind.

Lassen Sie mich Ihnen noch sagen, was für eine grosse Freude es mir war, Sie wieder zu sehen, – und wie lange noch die wunderbare unverminderte Wirkung Ihrer Kunst in mir fortklang, – beglückend und gross wie nur je.

In herzlicher Verehrung Ihnen ergeben
Ihre Olga Schnitzler.

Wenn Hermann Bahr sich meiner erinnert, so sagen Sie ihm, ich bitte Sie darum, einen ehrerbietigen Gruss.

  • A Wien Theatermuseum HS AM 31278 BaM

    eh. Brief, 1 Bl., 2 S., Lateinschrift