Hermann Bahr an Arthur Schnitzler, 1. 12. 1898

Lieber Freund!

Nimm meinen herzlichsten Glückwunsch zu Deinem großen Erfolg 1, ich hab mich riesig gefreut!

Nun noch etwas. Ich möchte den verbotenen »Kakadu«2 gern für die »Zeit« haben. Stell Deine Kosmopolis-Honorarforderungen3, ich hoffe sie durchzusetzen. Darf ich mir das Manuscript holen?

Herzlichst
Dein
Hermann
Bahr, Hermann Wien 1. 12. 1898
  • GB Cambridge University Library Schnitzler, B 5b

    eh. Brief, 1 Bl., 2 S., gedruckter Kopf: »›Die Zeit‹ / Wiener Wochenschrift. / Herausgeber: / Professor Dr. I. Singer, / Hermann Bahr, Dr. Heinrich Kanner. / – / Telephon Nr. 6415. / Wien, den ............... 189/ IX/3, Günthergasse 1

1 Erfolg Am 30. 11. 1898 hatte Das Vermächtnis am Burgtheater Premiere.
2 verbotenen »Kakadu« Der grüne Kakadu wurde Ende November von der Zensur in Berlin verboten, die Polizei halte es »seinem ganzen Inhalte nach zur Aufführung nicht geeignet« ( Neue Freie Presse, Nr. 12311, 30. 11. 1898, Morgenblatt, S. 8).
3 Kosmopolis-Honorarforderungen Bahr bietet an, dasselbe Honorar wie die »internationale Revue« Cosmopolis zahlen zu wollen.