Hermann Bahr an Hugo von Hofmannsthal, 1. 11. 1903

Die Polizei hat mir heute die Vorlesung des Reigens verboten. Was da wieder an Gemeinheit alles vorgegangen ist, gelegentlich mündlich. Ich ergreife natürlich Rekurs, geh zum Körber etc, es nützt aber nichts. Jedenfalls muß ich, da der Saal schon gemietet ist, in Eile ein anderes Programm machen und denke unter anderem auch Ihren » Brief 1« aus dem »Tag« zu lesen, außer wenn es Ihnen, auch nur im Geringsten, unangenehm ist. Bitte telegraphieren Sie mir sofort Ja (was heißt, daß ich ihn lesen darf) oder Nein. Und wenn Ja, senden Sie mir die Nummern des Tages. Ich kann sie nirgends finden.

Bahr, Hermann Wien 1. 11. 1903
  • Hofmannsthal, Hugo von Hofmannsthal, Gerty von Bahr, Hermann Briefwechsel 1891–1934 Hg. und kommentiert von Elsbeth Dangel-Pelloquin Göttingen Wallstein 2013 228
1 Brief Hugo von Hofmannsthal: Ein Brief. In: Der Tag, Nr. 489, 18. 10. 1902 [o. P.], und Nr. 491, 19. 10. 1902 [o. P.]. Bahr las den Chandos-Brief nicht vor, Aufzeichnung von Hermann Bahr, 8. 11. 1903.