Brahm an Hermann Bahr, 10. 7. 1909

Danke schön, lieber Herr Bahr, für Ihr Telegramm. Diese » Auszeichnung 1«, von der ich übrigens nur aus den Blättern bisher weiss, ist eine Attake von Björn Björnson, und ich bin sehr gerührt, dass Sie »Demokrat« mir, nichts weniger als »ruppig«, dazu sogar gratuliren. Nun lassen Sie sich aber auch die Hand schütteln, und das herzlich, zu der neu entstehenden Leben × s ordnung bei Ihnen, von der die Blätter mir erzählt haben2! Und empfehlen Sie mich aufs Schönste Frl. v. Mildenburg, bitte.

Schnitzler ist es auch angenehm, mit Ihnen zusammen zu marschiren, und er bittet, das Stück lesen zu dürfen. Kann ich’s ihm schicken? Nächstens dann mehr. Bestens Ihr

OBrahm

In Sachen Ritscher kann ich augenblicklich nichts sagen. Das Frl. mag sich im Herbst, wenn × s ie Lust hat, melden.3

Brahm, Otto Bad Nauheim 10. 7. 1909
Bahr, Hermann [Wien]
1 Auszeichnung Ernennung zum Ritter des Sankt-Olav-Ordens.
2 Hand schütteln, und das herzlich, zu der neu entstehenden Leben s ordnung bei Ihnen, von der die Blätter mir erzählt haben Bahr und Anna von Mildenburg hatten sich Anfang Juli in Bayreuth verlobt. Die Meldung stand zuerst im Berliner Börsencourier (Jg. 41, Nr. 307, 4. 7. 1909, Morgen-Ausgabe, 1. Beilage, S. 2) und wurde in der Folgewoche häufig nachgedruckt.
3 In Sachen Ritscher kann ich augenblicklich nichts sagen. Das Frl. mag sich im Herbst, wenn s ie Lust hat, melden.Am Seitenrand entlang des restlichen Texts hinzugefügt.