Brahm an Hermann Bahr, 16. 12. 1909

Lieber Herr Bahr,

an Kahane kann ich keine Sitze schicken, ausser solchen für seinen eigenen Gebrauch; dem Dramaturgen eines andern Theaters, und noch dazu dieses Theaters gegenüber verbietet sich das absolut. Die andern Plätze werden gesandt.

Wir haben uns schon auf der ersten Probe gefragt, ob »Mizzi« zum »Konzert« die rechte Begleiterin sei, zumal nach dem »K«. Die Zweifel haben sich verstärkt, das »K« erwies sich, trotz energischer Striche, noch immer abendlang, und so lassen wir es nun doch allein reisen. Dass sich dadurch Ihre Tantieme auf 10% erhöht, ist Ihnen doch nicht unangenehm? – Wir sind mit den Proben zufrieden, und am 23. soll’s werden. Eigentlich müssten Sie für die zuwachsenden 3% doch Ihre Gegenwart leisten, finden Sie nicht?

Herzlich grüssend
Ihr
OB
Brahm, Otto Berlin 16. 12. 1909
Bahr, Hermann [Wien]
  • A Wien Theatermuseum HS AM 16040 Ba

    eh. Brief, 1 Bl., 2 S., Lateinschrift, gedruckter Kopf: » Lessing-Theater / Direktion / Dr. Otto Brahm. / Berlin NW. 40 , den ........... 190....«