Hermann Bahr an Siegfried Trebitsch, 31. 1. 1904

Herzlichen Dank, lieber Tr.! Es wäre mir, aus Gründen, sehr erwünscht, wenn Sie so lieb wären, gelegentlich mit Direktor Löwenfeld zu sprechen, nicht Artur. Die Mühe ist ja keine so grosse, dafür der Dienst sehr, den Sie mir erweisen. Und Löwenfeld würde vermutlich gar nicht schlecht dabei fahren. – Nun denke ich mir Sie im Fieber der Proben und beneid Sie eigentlich ein bisschen, wenn ich mich erinnere mit dem Gefühl: das alles war doch einmal sehr hübsch! – Am 5. halte ich Tag und Nacht die Daumen. – Es geht mir gar nicht gut.

Ihr
B.

1.) Wann geht Brahm nach Wien gastieren?

2.) Geht Reinhardt heuer nach Wien gastieren?

3.) Ist Hauptmann ernstlich krank?1

Bahr, Hermann Marbach am Bodensee 31. 1. 1904
  • A Wien Theatermuseum HS AM 77305/5 Ba

    ms. Abschrift, 1 Bl., 1 S. Original nicht nachgewiesen

1 ernstlich krank? Vgl. Neues Wiener Tagblatt, Jg. 38, Nr. 27, 27. 1. 1904, S. 11: »Aus Berlin wird uns telegraphiert: Gerhart Hauptmann , der kürzlich von Agnetendorf ankam, ist in Brahms Wohnung, wo er zeitweiligen Aufenthalt nahm, nicht unbedenklich erkrankt. Er wird nach erhoffter Wiederherstellung eine Reise nach dem Süden antreten. « Bahr hatte am 29. 1. an Hauptmann geschrieben. Dieser laborierte für rund eine Woche an einer Magenverstimmung (Peter Sprengel: Hermann Bahr und Gerhart Hauptmann in Briefen und anderen Zeugnissen. Erg. von Martin Anton Müller, 2013, S. 5–6 http://univie.ac.at/bahr).