Arthur Schnitzler: Aus dem Tagebuch von Hermann Bahr, 31. 3. 1929

Anlässlich Cajetan Bernvilles Schrift » Ueber das Leben der heiligen Therese, vom Kinde Jesu 2

».  .  .  .  doch dass sie jetzt bis in die kleinsten bayrischen und österreichischen Landorte hinein vom Volke verehrt wird, ja dass in keiner Dorfkirche ja fast schon auch in keinem Gebetbuch ihr Bild fehlt, ist seltsam. Gerade die Bilder befremden ujn unseren Geschmack zunächst, sie süsseln, man hat den Eindruck: sie kokettieren mit dem lieben Gott. Erst wer die Heilige näher kennen lernt, sei es aus Schilderungen ihres Lebens, sei es durch unmittelbaren Verkehr mit ihr im Gebet wird der hohen Kraft inne, die von ihr ausstrahlt.«

  • GB Cambridge University Library Schnitzler, A 7,2

    ms. Typoskript, 1 Bl., 1 S., mit hs. Unterstreichungen und einem ergänzten Apostroph in Bleistift.

1 Aus dem Tagebuch Das Zitat entnommen aus: Hermann Bahr: Tagebuch. 14. März. In: Neues Wiener Journal, Jg. 37, Nr. 12700, 31. 3. 1920, S. 22–23.
2 Cajetan Bernvilles Schrift » Ueber das Leben der heiligen Therese, vom Kinde Jesu Gaëtan Bernoville: Die heilige Therese vom Kinde Jesu. Aus dem Französischen von Max Lorenz. München: Kösel & Pustet 1928 .