Arthur Schnitzler: [Zu den Diagrammen], 11. 6. 1915

Feuilletonismus.

Als Paradigma. Der Gruss Bahrs an Hofmannsthal im Neuen Wiener Journal, Beginn des Krieges.

Er sendet ihm Grüsse ans Biwakfeuer, in den Kanonendonner; indess ist H. im Ministerium (entweder weiss es Bahr oder er hat sich nicht orientiert1 ).

Er möge in Warschau Poldi Andrian grüssen. (Als wäre der Einmarsch in Warschau für morgen bevorstehend und als wüsste Bahr nicht, dass der österreichische Generalkonsul während des Krieges nicht in Warschau leben wird.)

Und Poldi wird mit seiner heissen Stimme Verlaine’sche Verse vortragen (es gibt nichts Trockeneres als die Stimme Andrians).

  • GB Cambridge University Library Schnitzler, A 14

    ms. Typoskript, in der oberen linken Ecke Datumsangabe in Bleistift: » 11. 6. 1915 «.

  • Weiterer Druck: Aphorismen und Betrachtungen Hg. Robert O. Weiss 1967 346 Schnitzler, Arthur Gesammelte Werke Frankfurt am Main S. Fischer 1961–1977
1 entweder weiss es Bahr oder er hat sich nicht orientiertZweiteres. Vgl. den Brief Bahrs an Hofmannsthal, 13. 9. 1914 ( Bw Bahr/Hofmannsthal 319).